{"id":1389,"date":"2024-03-17T18:10:56","date_gmt":"2024-03-17T17:10:56","guid":{"rendered":"https:\/\/tanja-hoyer.de\/?p=1389"},"modified":"2025-05-08T14:39:23","modified_gmt":"2025-05-08T12:39:23","slug":"gesundwerdhaus-versus-krankenhaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tanja-hoyer.de\/?p=1389","title":{"rendered":"Gesundwerdhaus versus Krankenhaus"},"content":{"rendered":"\n<p>Machen uns gewisse Umst\u00e4nde wirklich ges\u00fcnder oder vielleicht doch nicht? Was haben Geist und Wohlbefinden mit Heilung zu tun?<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund meines ganzheitlichen therapeutischen Ansatzes, der psychosomatischen und meiner hom\u00f6opathischen Hintergr\u00fcnde sehe ich grunds\u00e4tzlich mit einer etwas anderen Perspektive auf Pharmazie und unser Gesundheitssystem. Das Gesamtwohl des Menschen wird h\u00e4ufig au\u00dfer Acht gelassen, was mir widerstrebt und was von meiner Sichtweise her wenig sinnhaft ist. &#8222;Das Ganze ist mehr als die Summer seiner Teile&#8220;, wusste schon Aristoteles. Bei einer Behandlung nach der Schulmedizin wird jedoch allzuoft nur das entsprechende Symptom &#8222;verarztet&#8220;. Die Ursachen kommen selten zur Sprache, die Seele und der Geist oder das gesamte System des K\u00f6rper sowieso nicht&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Tage habe ich sehr viel \u00fcber Krankenh\u00e4user, deren Atmosph\u00e4re, Umgebung und den Botschaften dort nachgedacht. Und ich musste daran zur\u00fcck denken, dass ich w\u00e4hrend meiner Ausbildung einmal ein Praktikum in einem Krankenhaus gemacht habe. <\/p>\n\n\n\n<p>Mein ehemaliger Vermieter und auch seine Ehefrau sind gerade beide im Krankenhaus. Da sie wenige Menschen haben die sie unterst\u00fctzen, war mir sofort klar, dass ich da sein mag, wenn die Beiden etwas brauchen. Sie sind sehr unterschiedlich, ich nenne sie aus Gr\u00fcnden von Datenschutz in meinem Text mal Anne und ihren Mann Karl. Karl ist letztes Wochenende ins Krankenhaus gekommen wegen einer &#8222;Darmgeschichte&#8220; und seine Frau hat sich zwei Tage sp\u00e4ter Zweierlei gebrochen &#8211; sodass sie nun auch dort landete. Ihre beiden Br\u00fcche liessen vermuten, dass sie vorerst einmal sechs Wochen ans Bett gefesselt sein w\u00fcrde. <\/p>\n\n\n\n<p>Karl leidet schon viele Jahre an melancholischen Verstimmungen und hatte zudem vor einigen Wochen bereits eine OP, weil er Probleme mit dem Bein hatte, die sich nach der OP verschlimmerte. Er kam also ins Krankenhaus und war in einer miserablen Verfassung. Anne ist im Leben tendenziell spritzig, viel unterwegs und sehr agil. Die Beiden innerhalb der letzten Tage zu beobachten war spannend und hat mich sehr besch\u00e4ftigt. Karl hat eigentlich von Tag zu Tag mehr abgebaut. Wenn niemand ihn besuchte lag er im Bett, antriebslos, matt, ohne Reize und ohne, dass sich irgendjemand gek\u00fcmmert h\u00e4tte. Naja, es gab dann und wann mal eine Visite und jemand, der zum Essen bringen oder Blutdruckmessen vorbei kam. Nach seinem f\u00fcnften Tag im Krankenhaus habe ich festgestellt, dass er gar keine Zahnb\u00fcrste dabei hat und vermutlich seit Tagen keine Z\u00e4hne geputzt hat. Und ich habe festgestellt, dass er vor Schmerzen nicht wirklich in der Lage ist vom Bett zum Bad zu laufen. Es war zuzusehen, dass sich sein Zustand zunehmend verschlechtert. <\/p>\n\n\n\n<p>Seine Frau war nach drei Tage wider Erwarten mit Kr\u00fccken wieder auf den Beinen und \u00fcbte Treppensteigen und Laufen. Sie wird in den kommenden Tagen entlassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte Gespr\u00e4che mit Anne, einer Krankenschwester und einer Freundin und hoffe sehr, dass Karl etwas genauer unter die Lupe genommen wird und wieder auf die Beine kommt. Mein Eindruck: \u00c4rzte, Personal etc. kamen bisher nicht wirklich auf die Idee, mal genauer und ganzheitlicher zu forschen, was mit ihm eigentlich wirklich los ist. Darm, Darm, nochmal Darm f\u00fchrte \u00fcber Tage zu keinem Ergebnis. Das Karl k\u00f6rperlich und geistig \u00fcber Tage abgebaut hatte, war niemandem aufgefallen. Auch das eine &#8222;Darmproblematik&#8220; ggf. auch andere Ursachen (als die t\u00e4glich wiederholten Tests) haben k\u00f6nnte schien f\u00fcr niemandem von Wert zu sein. Karl, der nicht sonderlich gespr\u00e4chig ist k\u00e4me ebenfalls niemals auf einen solchen Gedanken, auch nicht darauf einmal genauer nachzufragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich war ich ganz sch\u00f6n ersch\u00fcttert. Und mich haben da sehr unterschiedliche Gedanken besch\u00e4ftigt. Einmal war meine Mutma\u00dfung, dass man sofern man gut drauf und fit ist, schnell wieder aus dem Krankenhaus raus kommt. Im Gegenzuge jedoch, dass es den Anschein macht als w\u00fcrde man dort kr\u00e4nker werden, wenn die Grundkonstitution eh nicht so richtig gut ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich war viele Jahre nicht in einem Krankenhaus, dass letzte mal als meine Mutter verstorben ist vor zehn Jahren. Bei meiner Mutter habe ich es \u00e4hnlich erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Atmosph\u00e4re in Krankenh\u00e4usern ist schon sehr speziell, dachte ich mir wiederholt. Der Geruch steril und\/oder mit F\u00e4kalien durchzogen und eine bedr\u00fcckende Stille. Spannend waren auch die Unterschiede zwischen beiden Stationen. Von reizvoll mit Physiotherapie, Blumen im Flur und mehreren Menschen, die einem entgegen kommen zu totenstill, reizlos, einsam. Ich dachte mir, dass ich einfach gl\u00fccklich bin, nicht an einem solchen Ort liegen zu m\u00fcssen. Das ist auch eine der Botschaften, die man immer wieder h\u00f6rt. Es ist eben ein &#8222;Krankenhaus&#8220; &#8211; ein Ort an dem man lieber nicht sein m\u00f6chte. Wie soll man an einem solchen Ort gut genesen? Ohne Frage, Menschen kommen nat\u00fcrlich auch wieder fit aus dem Krankenhaus &#8211; doch was mich dabei bewegt (wie immer in meiner Arbeit) ist die Gesamtbotschaft und das was dahinter steckt. <\/p>\n\n\n\n<p>Warum heisst es denn nicht &#8222;Gesundwerdhaus&#8220; oder &#8222;Genesungshaus&#8220;? <\/p>\n\n\n\n<p>Die Pharmaindustrie lebt davon, dass Menschen &#8222;nicht gesund&#8220; sind. Viele \u00c4rzte finanzieren sich auch \u00fcber Verbindungen zur Pharmaindustrie und \u00c4rzte leben eben auch davon, dass Menschen krank sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Dazu f\u00e4llt mir mein Auftrag ein, den ich als Heilpraktikerin f\u00fcr Psychotherapie habe. Menschen, die z.B. Depressionen oder einen Burnout haben wieder so funktionsf\u00e4hig &#8222;gesund&#8220; zu machen, dass sie im System wieder &#8222;funktionieren&#8220;. Ich finde das absurd. Denn ich glaube ja, dass das System, das wir uns &#8222;kreiert&#8220; haben h\u00e4ufig das ist, was uns krank macht. Mein Auftrag, den ich in meiner Arbeit wahrnehme, ist es, die Menschen darin zu unterst\u00fctzen mehr sie selber zu werden. Ihre W\u00fcnsche, ihre Bed\u00fcrfnisse und ihre Gef\u00fchle wieder mehr wahrnehmen zu k\u00f6nnen, ist das was ich f\u00fcr basal halte. Was im Alltag und im Berufsleben jedoch nicht gewollt ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zum Gesundheitssystem. Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass der Fokus mehr auf der Ganzheitlichkeit liegt. K\u00f6rper, Geist, Seele, was braucht der Mensch wirklich? Ich hoffe da kommen wir eines Tages hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Was mir im Bezug auf das &#8222;Genesungshaus&#8220; noch kam war folgende Frage, die ich nicht beantworten werde. Utopia &#8211; aber man sollte sich diese Vision mal auf der Zunge zergehen lassen:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wie w\u00fcrde unser Gesundheitssystem aussehen, wenn \u00c4rzte; Pharma, Pflegepersonal nur Geld erhalten w\u00fcrden, wenn es den Menschen gut geht und sie gesund bleiben&#8230;.?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Machen uns gewisse Umst\u00e4nde wirklich ges\u00fcnder oder vielleicht doch nicht? Was haben Geist und Wohlbefinden mit Heilung zu tun? Aufgrund meines ganzheitlichen therapeutischen Ansatzes, der psychosomatischen und meiner hom\u00f6opathischen Hintergr\u00fcnde sehe ich grunds\u00e4tzlich mit einer etwas anderen Perspektive auf Pharmazie und unser Gesundheitssystem. 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