{"id":758,"date":"2020-03-24T10:13:59","date_gmt":"2020-03-24T09:13:59","guid":{"rendered":"https:\/\/tanja-hoyer.de\/?p=758"},"modified":"2025-05-08T14:42:22","modified_gmt":"2025-05-08T12:42:22","slug":"ein-normales-langweiliges-leben-lustige-gedanke-einer-ganz-normalen-frau-%f0%9f%98%89","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tanja-hoyer.de\/?p=758","title":{"rendered":"Ein kleiner Irrsinn &#8211; lustige Gedanken einer ganz normalen Frau ?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/tanja-hoyer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1BCD508D-FC81-4737-BB56-43E7113A78BF.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-759\" width=\"201\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/tanja-hoyer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1BCD508D-FC81-4737-BB56-43E7113A78BF.jpeg 379w, https:\/\/tanja-hoyer.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1BCD508D-FC81-4737-BB56-43E7113A78BF-178x300.jpeg 178w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Therapeut*innen sind \u00fcbrigens ganz normale Menschen! Wie normal, werdet Sie jetzt lesen \u2013 also lassen Sie sich von niemanden einreden, dass Therapeut*innen nicht normal sind. Wobei ich scherzeshalber des \u00d6fteren denke, dass ich definitiv nicht normal bin.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber \u2013 was ist schon normal?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gestern ist mir aufgefallen, dass mir mittlerweile immer mal wieder langweilig ist. In einem Zustand mit zwei Jobs, Hobbys, Freunden, zwei Ausbildungen und dem vielen Reisen durch Deutschland ist mir Langeweile relativ unbekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Tage im R\u00fcckzug ziehen so dahin und ich bemerke von Tag zu Tag, dass ich mehr und mehr entspanne und ruhiger werde. Einfach mal in der Sonne sitzen und einen Kaffee trinken, ohne Handy, ohne Buch, ohne etwas anderes. \u201eHerrlich!\u201c F\u00fcr mich ist diese Zwangspause wirklich gut \u2013 ich hatte lange keinen richtigen Urlaub und auf Grund meiner Art zu leben, wirklich ehr wenig Ruhe \u2013 jetzt ist sie da, die lang ersehnte \u201eZeit!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Noch bin ich nicht in der vollkommenen Entspannung angelangt. Es gibt einen Zustand der besonderen Entspannung, in dem ich gerne B\u00fccher lese, stundenlang. H\u00e4ufig \u201emuss\u201c ich Dinge lesen \u2013 was dazu f\u00fchrt, dass ich schon mal gar keine Lust mehr habe. Dann k\u00e4mpfe ich mich durch einen Text. Um aber in einen \u201eLeseEntspannungsZustand\u201c zu kommen, muss ich erstmal mein ganzes System einmal runter fahren und dann ist\u2019s soweit und ich sitze stundenlang \u00fcber einem Buch und geniesse es.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>An diesem Punkt bin ich gerade noch nicht angekommen, ich habe hier und da nat\u00fcrlich noch Aufgaben, Rechnungen, Bankgesch\u00e4fte, OnlineSkypeTermine, Prozesse zur Entwicklung von GeldeinnahmeQuellen. Durch das existenzielle Thema, welches in Zeiten wie diesen f\u00fcr Freiberufler*innen entsteht und nebenher intensiv arbeitet, scheint es l\u00e4nger zu dauern bis ich im \u201eLeseEntspannungsZustand\u201c landen kann. Daneben ist es allerdings wunderbar zu sp\u00fcren wie die Langeweile sich trotzdem, in mein Leben, einschleicht.<\/p>\n\n\n\n<p>So zum Bespiel: Normalweise bin ich ein sehr ordentlicher Mensch. Beim Kochen ist es beispielsweise so, dass irgendwann das Essen auf dem Tisch steht und die K\u00fcche wieder blitzblank ist. W\u00e4hrend ich in meinem wunderbar trubeligen Leben, alles ganz schnell nebenbei mache, l\u00e4uft es w\u00e4hrend Zeiten des Corona vollkommen anders. Mit dem Hintert\u00fcrchen, dass ich ja sooo viel Zeit habe, bleiben pl\u00f6tzlich \u00fcberall meine Sachen liegen, weil ich sie nicht, wie gewohnt sofort weg r\u00e4ume. Dann komme ich pl\u00f6tzlich fast \u00fcberrascht in die K\u00fcche, sehe das Chaos und wundere mich dar\u00fcber&#8230; dass ich nun dass f\u00fcnfte Mal Sachen habe liegen lassen, da ich ja soooo viel Zeit habe. Gestern Abend habe ich mich dann mal selber dazu aufgefordert meine H\u00e4ufchen \u00fcberall weg zu r\u00e4umen und jetzt gerade sieht es hier wieder so ordentlich aus wie sonst. Innen wie au\u00dfen, eine Floskel aus dem Therapeutischen, kommt mir da in den Sinn ? Dort wo ich sonst innen und au\u00dfen eher geordnet bin, kommt Leben mit ins Spiel. Spannend, dass so beobachten zu d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schrieb ja bereits, dass Menschen in meinem Berufsstand ganz normale Wesen, mit vermutlich ganz normalen Themen sind. Und f\u00fcr die unter Ihnen, die es interessiert schreibe ich\u00a0<em>(in einem Anflug langer Weile)<\/em>\u00a0noch ein paar Dinge aus meinem jetzigen Alltag. Gestern habe ich z.B. das Vogelh\u00e4uschen repariert und vorgestern auf dem Hausdach, in der Sonne, Yoga gemacht.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Gewisse Aufgaben bleiben im Alltag ja gerne mal liegen, weil die dazugeh\u00f6rigen Arbeitsschritte aufwendig oder vielschrittig sind.<\/p>\n\n\n\n<p><em>(\u2026.Wortsch\u00f6pfung aus Langeweile? Oder gibt es dieses Wort &#8222;vielschrittig&#8220; wirklich, fragt mich mein Kopf \u2013 und da ich keine Lust zum googlen habe, schreibe ich einfach diesen Text in die Klammern \u2013 oh mein Gott \u201ebin ich eigentlich verr\u00fcckt geworden?\u201c fragt mich die Stimme wieder ?).\u00a0<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Also &#8222;vielschrittig&#8220; war auch der Vogelhausprozess (<em>noch eine Wortsch\u00f6pfung)<\/em>\u00a0Das H\u00e4uschen war mehrfach umgefallen und ich hatte es jedes Mal, mit vielen N\u00e4geln, wieder zusammen gezimmert. Beim letzten \u201eUmfall\u201c wurde deutlich, dass es so nicht noch einmal funktionieren wird. Bei einer erneuten Reparatur w\u00fcrde ich zu besseren Ma\u00dfnahmen greifen m\u00fcssen. Akkuschrauber<em>\u00a0(meiner hatte das ewige gesegnet)\u00a0<\/em>Schrauben, Holzleisten waren von N\u00f6ten. Es war also klar, dass ich vorher in den Baumarkt muss, also lag das H\u00e4uschen schon etwas l\u00e4nger herum, nat\u00fcrlich weil ich so wenig Zeit hatte.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Leben in Zeiten des Corona, bringt auch Zeit f\u00fcr den Baumarkt mit. Freitag war ich also endlich mit einer Freundin im Baumarkt\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><em>(\u2026dar\u00fcber k\u00f6nnte ich auch lustige Geschichten, mit dem Titel \u201eBaumarkt in Zeiten des Corona\u201c, schreiben. Es war wirklich der schr\u00e4gste BaumarktBesuch meines Lebens. Aber, das lasse ich aber jetzt besser \u2013 mein Gehirn scheint gerade alles was ich denke umgehend verschriftlichen zu wollen \u2013 auch ein ganz neuer Zustand)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Akkuschrauber hat mir gestern dann den Tag gerettet. H\u00e4tte ich versucht, mich dem H\u00e4uschen ohne ihn auch nur zu n\u00e4hern w\u00e4re es sehr, sehr, sehr, sehr schwierig geworden und vermutlich h\u00e4tte ich am Ende das Vogelhaus vom Vordach geworfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe alles auseinander gebaut und doppelt und dreifach stabil wieder zusammengezimmert \u2013 was nicht so einfach war \u2013 denn das H\u00e4uschen war von der Produktion her schon ziemlich labbrig hergestellt. Ein paar Stunden sp\u00e4ter habe ich es dann in die Blumenk\u00e4sten eingebuddelt und es beobachtet \u2013 Frau hat ja viel Zeit ?\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>So sa\u00df ich dort mit meinem Kaffee und meiner Mitbewohnerin auf dem Dach und w\u00e4hrend sie mir lustige Geschichten von schr\u00e4gen Prinzessinnen<em>\u00a0(von Walter Moers)<\/em>\u00a0vorlas, fiel mir dann pl\u00f6tzlich ein\u00a0<em>(kreative Ideen entstehen immer in Zeiten der Ruhe und niemals im Stress)\u00a0\u00a0<\/em>wie ich das Vogelh\u00e4uschen so stabilisieren kann, dass es nicht im n\u00e4chsten Sturm erneut die Biege macht. Und nun, am n\u00e4chsten Tag, h\u00e4ngt an vier Punkten des H\u00e4uschens, an einem Punkt zusammenlaufend ein Sandsack darunter und das Vogelh\u00e4uschen wackelt \u00fcberhaupt nicht mehr! Es sieht also nun absolut bescheuert aus aber ich gehe einfach davon aus, das die V\u00f6gel trotzdem gl\u00fccklich und statt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mhhh, ich sitze hier und schmunzele \u00fcber mich\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><em>(\u2026w\u00e4hrend mein Hirn mir versucht mir lustige, b\u00f6se und verr\u00fcckte Dinge \u00fcber mich einzutrichtern, dar\u00fcber warum ich diesen Text besser l\u00f6schen als ver\u00f6ffentlichen soll. Ich kann es doch nicht wagen, IHNEN allenernstes einen riesigen Absatz \u00fcber meine VogelhausReparatur zu schreiben)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u2026und \u00fcber den Text schmunzele ich auch. Und ich ver\u00f6ffentliche ihn trotzdem, damit Sie wissen, dass auch ich ein ganz normaler Mensch bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Corona bzw. Langeweile und bringt erstaunliche Dinge in mir hervor \u2013 bei Ihnen auch? Denn, ich schreibe hin und wieder schon gerne Texte, aber das ich nicht aufh\u00f6ren kann und will, ist auch sehr neu. Also, falls Sie bis hierher gekommen sind, \u201eHut ab\u201c schlimmer wird es nicht.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Was ich aber auch noch schreiben wollte ist es, dass ich meine Arbeit sehr vermisse. Gestern habe ich bei Twitter einen wunderbaren Artikel einer Kollegin aus Berlin gelesen.\u00a0Sie hat dar\u00fcber geschrieben warum sie ihre Arbeit so vermisst. Beim Lesen ihres Textes habe ich Sehnsucht und Angst bekommen. Ich habe Angst davor bekommen, dass diese Corona Krise Monate dauern k\u00f6nnte und ich meine Arbeit, insbesondere auch die K\u00f6rperarbeit, \u00fcber einen so langen Zeitraum nicht aus\u00fcben kann. Ich liebe meine Arbeit und brauche sie, bei weitem nicht nur zum Geld verdienen. Der Kontakt zu Menschen, der sich in meiner Arbeit immer um Wahrhaftigkeit dreht &#8211; das Beobachten, das gemeinsame Erforschen vom Leben, meinem gegen\u00fcber dabei helfen aus den eigenen Mustern zu entfliehen. Einfach fantastisch!<\/p>\n\n\n\n<p>Wussten Sie dass der K\u00f6rper Stresshormone aussch\u00fcttet, wenn er alleine ist? Der Mensch ist von Natur aus kein Einzelg\u00e4nger. Und wusstet Sie, dass Umarmungen, die mindestens 20 Sekunden lang andauern, antidepressiv wirken?<\/p>\n\n\n\n<p>In jedem Falle bin ich ganz gl\u00fccklich dar\u00fcber, dass ich nicht alleine lebe. Und ich bin froh dar\u00fcber, dass ich eine Hand voll Kontakte pflege kann. Ich verhalte mich brav und sicher, ohne Kontakt zu Menschen aus der Risikogruppe. Die Kontakte jedoch, die ich habe finden auch mit Umarmungen und ganz allt\u00e4glicher N\u00e4he statt. Es ist wirklich wichtig f\u00fcr mich und auch f\u00fcr das Immunsystem, dass Angst nicht das Geschehen regiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Also, soviel erstmal ? sollte ich noch mehr Langeweile haben, melde ich mich wieder\u2026 Ist immerhin mein Blog!<\/p>\n\n\n\n<p>Passen Sie bitte auf sich auf und lasse Sie es sich gut gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzlichen Gru\u00df <\/p>\n\n\n\n<p>Tanja Hoyer<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Therapeut*innen sind \u00fcbrigens ganz normale Menschen! Wie normal, werdet Sie jetzt lesen \u2013 also lassen Sie sich von niemanden einreden, dass Therapeut*innen nicht normal sind. 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